Die Risikofaktoren für das Erleiden einer Kniegelenks­ oder Kreuzbandverletzung sind in der Tabelle zusammengefasst. Diese werden in trainierbare und nicht trainierbare Risikofaktoren unterteilt.

Im Hinblick auf mögliche Präventionsprogramme kommt den neuromuskulären Risikofaktoren eine besondere Bedeutung zu.

Diese Risikofaktoren betreffen die Quadrizepsdominanz, die Schwäche der Beuger und den dynamischen Valgus mit Defiziten in der Hüft- und Rumpfkontrolle. Risikoathleten zeichnen sich außerdem durch Bewegungsmuster aus, die der Position der unteren Extremität in der Verletzungssituation ähnlich sind: Landen nach einem Sprung mit valgischer Kniestellung (Frontalebene) mit nur leichter Beugung und dem Körperschwerpunkt hinter dem Kniegelenk (Sagittalebene).

Die valgische Kniestellung wird auch dynamischer Valgus bezeichnet. Die dynamische Valgusstellung kann aber distal im Bereich von Sprunggelenk (Eversion) und Fuß (Außenrotation) entstehen .

NICHT TRAINIERBARE RISIKOFAKTOREN

  • Alter: <20 Jahre
  • Geschlecht: Frauen
  • Hormonstatus: Prä-ovulatorische Phase bei Frauen ohne Kontrazeptive
  • Sportart: Fußball, Handball, Basketball, Ski Alpin
  • Geringe Notch-Weite
  • Allgemeine Bandlaxität
  • Pes pronatus valgus
  • Kunststoffböden
  • Frühere Verletzungen von Muskeln, Sehnen, Knie oder Sprunggelenk
  • Infektionskrankheiten
  • Schlechtes Wetter (Outdoor Sport)

TRAINIERBARE RISIKOFAKTOREN

  • Dynamischer Valgus
  • Geringe Hüft- und Kniebeugung bei der Landung
  • Fehlende Hüft- und Rumpfkontrolle
  • Schwache Kniebeuger und Hüftabduktoren (Verhältnis zum Quadrizeps)
  • Verzögerte Rekrutierung der Beuger
  • Propriozeptionsdefizite
  • Muskuläre Ermüdung
  • Schlechter allgemeiner Trainingszustand