Ballsportarten

Knieverletzungen in Ballsportarten entstehen, wenn Ober- und Unterschenkel gegeneinander verdreht werden. Videoanalysen aus dem Fußball, Basketball und Handball haben ergeben, dass Knieverletzungen überwiegend in sogenannten „Nicht-Kontakt-Situationen“ auftreten. Das bedeutet, dass das Knie meistens nicht durch den Gegenspieler verletzt wird. Oft treten Knieverletzungen beim Landen eines Sprunges oder bei plötzlichen Drehbewegungen auf. Das Knie ist nach innen geknickt (X-Bein), der Fuß flach aufgesetzt und nach außen gedreht.

Risikosituationen im Ballsport

Bewegungen, in denen das Standbein nach innen zeigt und sich der Körperschwerpunkt hinter dem Knie befindet:

  • Landen nach Sprung
  • Drehbewegungen
  • Richtungswechsel
Diese Abbildung zeigt eine typische Verletzungssituation im Ballsport. Das Knie ist in X-Stellung, der Körperschwerpunkt befindet sich hinter dem Knie, der Fuß ist außenrotiert.

Alpinski

Im Skisport sind die Mechanismen ähnlich. Auch hier handelt es sich um Bewegungen, bei denen der Ski das Bein in die X-Stellung zwingt oder/und der Körperschwerpunkt hinter dem Knie liegt.

Risikosituationen im Skisport

Bewegungen, in denen der Ski das Knie nach innen drückt und sich der Körperschwerpunkt hinter dem Knie befindet:

  • Dynamischer Schneepflug: Kontrollverlust mit dem Körperschwerpunkt hinter dem Knie, durch das Ankanten des Innenskis wird das Knie in Valgus (X-Bein) und Außenrotation gedrückt
  • Rückwärtsgeneigtes Landen eines Sprunges: Körperschwerpunkt hinter dem Knie
  • Kontrollverlust des Innenskis in der Kurve: Durch kompensatorisches Strecken des Knies der Gegenseite; dabei wird dieses in die X-Bein Position gedrückt 

Judo

Im Judosport treten Knieverletzungen im Gegensatz zu Ballsportarten in den meisten Fällen durch direkten Gegnerkontakt auf. Die häufigsten Situationen sind Angriffe von außenseitig gegen das Kniegelenk bei fixiertem, am Boden stehenden Fuß.

Eine weitere häufige Situation ist der Versuch sich bei einem Wurf des Gegners mit dem ausgestreckten Bein abzufangen. In beiden Situationen wird das Knie nach innen gedrückt, der Körperschwerpunkt befindet sich hinter dem Knie und häufig kommt es zu einem valgischen einbrechen dem sogenanten Valgus-Kollaps. 

Risikosituationen im Judo

Bewegungen, in denen das Bein nach innen gedrückt wird und sich der Körperschwerpunkt hinter dem Knie befindet:

  • Angriffe von außen gegen das Kniegelenk (z.B. Tani-Otoschi, O-So-to-Gari)
  • Wurf über das am Boden stehende Bein (z.B. Seoi-Otoshi)
  • Gegendrehen: Blockade der Wurfbewegung (z.B. Uchi-Mata)